LOB DES UNGEHORSAMS · GRAFIKBIENNALE 100 SÄCHSISCHE GRAFIKEN 2026

Die 16. Biennale sächsischer Druckgrafik lenkt mit ihrem Leitthema den Blick auf aktuelle Herausforderungen für die eigene Urteilsbildung in gesellschaftlichen Prozessen. Mehr denn je sind emanzipierte Haltungen gefragt. 100 Arbeiten geben 100 Perspektiven.

Zum Wettbewerb der 16. Biennale hatten 113 Künstlerinnen und Künstler 301 Arbeiten eingereicht. Ausgewählt wurden Arbeiten von 66 Künstlerinnen und Künstlern. Für die 100 ausgewählten Grafiken galten der Jury die überzeugende grafische Form und die Prägnanz der künstlerischen Sprache als höchste Kriterien. Ihr gehörten Annette Schroeter (ehem. Prof. hgb Leipzig), Martin Buhlig (Kupferstichkabinett Dresden), Erik Stephan (Kunstsammlung Jena), Gunda Luyken (Druckkunstmuseum Leipzig) und Mathias Lindner (Neue Sächsische Galerie Chemnitz) an.

Frenzy Höhne – Der Preis – Daten, 2026, Siebdruck, 24 x 39 cm

Mahlzeit! Serving Gender

Mit der dreiteiligen Ausstellungsreihe Mahlzeit! widmet sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Thema Essen in der Kunst. Nach der Ausstellung Feinkunsthalle, in der die Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst im Fokus stand, thematisiert der zweite Teil Serving Gender die vielschichtigen Zusammenhänge von Geschlechterrollen und Essen aus feministischer Perspektive. Ausgehend vom Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz und ergänzt um Leihgaben zeitgenössischer Kunst werden Werke präsentiert, die epochenübergreifend die vielfältigen Verflechtungen und Ambivalenzen sichtbar machen, die an der Schnittstelle von Essen und der sozialen Rolle von Frauen existieren. Die Spannweite reicht dabei von Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung über die Muttermilch als Sinnbild biologischer und sozial erwarteter Fürsorge bis hin zu den vielschichtigen Normen, Ritualen und Rollenbildern, die Frauen und weiblich gelesene Körper mit dem Akt des Nährens und Essens verbindet.

Im globalen Kontext tragen Frauen seit Jahrhunderten die Hauptlast der oftmals unsichtbaren, unbezahlten Care-Arbeit rund um Nahrung: Sie kochen, sie versorgen, sie ernähren Kinder, Familien und Gemeinschaften. Serving Gender stellt Frauen als zentrale Ernährerinnen der Gesellschaft in den Mittelpunkt und nähert sich geschlechtsspezifischen Ambivalenzen in Bezug auf Essen, die mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, kulturellen Normen, Rollenzuschreibungen und der Kontrolle und Disziplinierung des weiblichen Körpers zusammenhängen.

MYTHOS

Ausgehend aus und parallel zur Ausstellung Allegorien des Lebens. Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer analysiert die Ausstellung Mythos die Antikenrezeption und das Aufgreifen von verschiedenen Mythen in der Kunst. Die Ausstellung spürt den Fragen nach: Wo sind heute die antiken Mythen noch präsent? Wer sind die heutigen Helden? Welche Ideale, Ängste und Werte spiegeln sich in historischen und modernen Heldenfiguren? Mythen sind keine statischen Geschichten; sie wandeln sich stets – von antiken Göttern zu zeitgenössischen Superhelden im Comic, von mündlichen Überlieferungen zur viralen Verbreitung im Netz.

Foto: Max Klinger, Die Fakultäten (Sisyphos), 1914, Foto: László Tóth, Chemnitz

ALLEGORIEN DES LEBENS · URSULA MATTHEUER-NEUSTÄDT und WOLFGANG MATTHEUER

Die Ausstellung Allegorien des Lebens. Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer widmet sich den Bildern als Botschaft in der Kunst der DDR. Seit den 1970er Jahren griffen Künstler:innen verstärkt auf klassische Mythen und literarische Stoffe zurück, um mithilfe heroischer Figuren Kritik zu formulieren und gesellschaftliche Fragen zu verhandeln.

Für Wolfgang Mattheuer gilt Die Flucht des Sisyphos (1972) als Auftakt für eine Folge an Werken zu verschiedenen Mythen. Ursula Mattheuer-Neustädt hingegen fand ihre künstlerische Inspiration vor allem in Literatur und Poesie, die sie in eindringlichen, meist schwarzweißen Zeichnungen und Grafiken von nahezu symbolistischem Charakter umsetzte.

Die Lebens- und Arbeitswege von Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer sind eng miteinander verbunden. Sie wurde 1926 im vogtländischen Plauen geboren, studierte 1946 zunächst Architektur an der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst in Weimar und wechselte dann aber nach kurzer Zeit an die Kunstgewerbeschule nach Leipzig. Wolfgang Mattheuer wurde 1927 vogtländischen Reichenbach geboren, absolvierte zunächst eine Lithografenlehre in Reichenbach und besuchte ab 1946 die Kunstgewerbeschule in Leipzig, wo er Ursula Neustädt kennenlernte. Beide studierten ab 1948 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

2+2 · KLARHEIT & KONTRASTE

STEFANIE DITTMAN + GÜNTER DITTMANN · SABRINA VIVIAN GROH + SILVIO UKAT

Diese Ausstellungsreihe bringt zwei Mitglieder des CKB e.V. mit zwei Nichtmitgliedern zusammen, um die Kraft der Kreativität und den Austausch von Ideen zu zelebrieren.

Wir laden Sie ein, die Dialoge zwischen den Kunstwerken zu entdecken und die Synergien zu erleben, die aus dieser besonderen Zusammenstellung entstehen. Das Pluszeichen „+“ steht nicht nur für die Verbindung zwischen den Künstler*innen, sondern symbolisiert auch die Vielfalt der Perspektiven und Stile, die in dieser Ausstellung präsentiert werden. „2+2“ ist nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein Raum für Begegnung, Austausch und Inspiration.

TORSTEN UESCHNER Malerei

8. Juni – 26. September

Torsten Ueschner, 1966 in Sonneberg geboren, lebt und arbeitet in Döbeln.

Torsten Ueschner, 2015, Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm

Seine verdichteten, pastos gemalten Bilder verraten zwar nicht den langwierigen Prozess ihrer Entstehung. Jedoch strahlen diese Werke nicht nur Kraft, sondern auch eine ungewöhnlich vitale Farbigkeit aus. Es ist müßig Torsten Ueschner in eine Traditionslinie zu stellen. Mir fällt ein Vertreter des Fauvismus, Maurice des Vlaminck, ein. Dieser soll, der Überlieferung nach, gesagt haben: „Van Gogh bedeutet mir mehr als Mutter und Vater“. Aber auch Frank Auerbach, dessen Werk sich keiner Stilrichtung zuordnen lässt, kommen einem im Sinn. Mit diesem englischen Maler deutscher Herkunft verbindet Ueschner eines: Das obsessive, Monate, ja zuweilen Jahrelange, Arbeiten an einzelnen Gemälden und die kompromisslose Lebensweise als Künstler. (T.G.)

Di 10 – 18 Uhr; Mi/Do 10 – 16 Uhr, Fr 9 – 12, Sa 14 – 17 Uhr