MAHLZEIT!

Teil I: Feinkunsthalle

7. März – 14. Juni · Vernissage 6. März 18.30 Uhr

UTOPIA Recht auf Hoffnung

Eine Produktion des Kunstmuseum Wolfsburg, in Kooperation mit den Kunstsammlungen Chemnitz

Aktuelle Öffnungszeiten sowie weitere Informationen finden Sie auf unserer Website. www.kunstsammlungen-chemnitz.de

GALERIE OBEN UND CLARA MOSCH

Entgegen des offiziellen Kulturbetriebs der DDR entwickelte sich in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) zu Beginn der 1970er Jahre ein Hotspot der alternativen Kunstszene. Mit der Galerie Oben und der Künstlergruppe Clara Mosch (1977–1982), die gleichzeitig eine Produzentengalerie betrieb, gab es in der Stadt zwei Instanzen, die durch ihr unkonventionelles Ausstellungsprogramm, ihre Aktionen und Veranstaltungen Kunstinteressierte aus dem ganzen Land anzogen. Gleichzeitig dienten diese Orte aber auch als Plattformen für Künstler:innen, die von staatlicher Seite nicht als solche anerkannt wurden. Hier erhielten sie im Rahmen der inoffiziellen Szene ihre teilweise ersten Ausstellungsmöglichkeiten.

Die Ausstellung erzählt anhand von zahlreichen Originaldokumenten, Fotos, Plakaten, Postkarten und Briefen die Geschichte beider Galerien und lässt sie wiederaufleben. Durch monatlich wechselnde Präsentationen werden Künstler:innen vorgestellt, die zwischen 1973 und 1990 in der Galerie präsent waren, sodass ein breites Spektrum künstlerischer Tendenzen dieser Zeit erfahrbar wird. Weiterhin werden die sogenannten »Mittwochsveranstaltungen« der Galerie Oben in Form von Künstler:innengesprächen, Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen wiederbelebt und laden dazu ein, mit den damaligen Akteur:innen ins Gespräch zu kommen.

Wechselnde Präsentationen mit: Thomas Ranft, Michael Morgner, Núria Quevedo, Gerhard Altenbourg, Hans Brockhage, Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft-Schinke, Lutz Dammbeck, Gregor Torsten Kozik, Klaus Hähner-Springmühl, Erich Wolfgang Hartzsch, Irene Bösch

Aktuelle Öffnungszeiten sowie weitere Informationen finden Sie auf unserer Website. www.kunstsammlungen-chemnitz.de

GERDA LEPKE

Malerin und Graphikerin, Mitbegründerin der Dresdner Sezession 89

19. März – 10. Mai · Vernissage 19. März 19 Uhr

Ergänzt wird der graphische Teil von keramischen Arbeiten, die die Künstlerinnen GERDA LEPKE und KATHRIN BUSKIES (Gera) gemeinsam schufen.

Gerda Lepke, Malerin und Grafikerin, Gera, 2020, © Wikipedia

Di – Mi 11 – 15 Uhr, Do 16 – 20 Uhr und nach Vereinbarung

NEUAUFNAHMEN – ALINA HERZAU, SYLVIA FENCK

Diese Ausstellung bietet eine wunderbare Gelegenheit, die frischen Perspektiven und kreativen Ansätze der neuen Künstlerinnen und Künstler kennenzulernen. Besuchen Sie uns und entdecken Sie die aufregenden Neuzugänge in unserer Gemeinschaft!

Collage, ALINA HERZAU

2 + 2 Katzengold

PEGGY ALBRECHT & PATRICIA HUCK + STEVE VIEZENS & SEBASTIAN TRÖGER

KATZENGOLD – ein Begriff, der zwischen Schein und Sein, Wert und Täuschung oszilliert. Die eingeladenen Positionen treten in einen spannungsvollen Dialog und eröffnen unterschiedliche Lesearten dieses ambivalenten Materials und seiner symbolischen Bedeutung.

Wir laden Sie ein, die Beziehungen zwischen den Kunstwerken zu entdecken und die besondere Wirkung dieser Zusammenstellung zu erleben. 2+2 – KATZENGOLD ist nicht nur eine Ausstellung, sondern ein Raum für Begegnung, Austausch und Inspiration.

Schenkung Hermann Gerlinger

Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner

Die Kunstsammlungen Chemnitz erhalten von Hermann Gerlinger eine herausragende Brücke-Schenkung. Die 42 Werke spiegeln die gesamte Bandbreite des Brücke-Expressionismus und die Tiefe einer leidenschaftlichen Sammelgeschichte wider. Besondere Höhepunkte sind zentrale Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner.

Im Laufe der letzten beiden Jahre schenkte Hermann Gerlinger, einer der bedeutendsten Brücke-Sammler, den Kunstsammlungen Chemnitz ein wertvolles Konvolut an Werken der drei Begründer der Brücke: Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner. Die Schenkung umfasst 42 Werke und bildet die gesamte technische Bandbreite von Ölgemälden über Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken zu Plastiken ab. Ab dem 18. Oktober wird die Schenkung in den Kunstsammlungen am Theaterplatz präsentiert. Es erscheint zudem eine Publikation im Sandstein Verlag.

Der Würzburger Unternehmer Professor Hermann Gerlinger begann in den 1950er Jahren, seine Sammlung aufzubauen. Ausgehend von der Melancholie von Karl Schmidt-Rottluff, die er als erstes Werk erwarb, wuchs seine Sammlung zu einer der hochkarätigsten, qualitätsvollsten Kollektionen der Brücke-Künstler mit über 1.000 Werken. Die Privatsammlung spiegelt die Leidenschaft für den Brücke-Expressionismus, welcher geprägt war von einem vereinenden Zeitgeist als auch vom Individualismus der jeweiligen Künstler. Sie fokussiert dabei nicht nur auf den Beginn und Höhepunkt der Brücke, sondern inkludiert ebenfalls frühe Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl, ebenso wie Arbeiten aus dem Spätwerk. Auch temporär zur Brücke assoziierte Mitglieder wie Emil Nolde, Max Pechstein oder Cuno Amiet fanden Eingang in die Sammlung. Seit 2022 löst Hermann Gerlinger seine Sammlung sukzessive auf; einzelne Positionen schenkte er ausgewählten Museen. Zu ihnen zählen die Kunstsammlungen Chemnitz.

Die Kunstsammlungen Chemnitz besitzen einen der größten Bestände an Werken von Karl Schmidt-Rottluff. Das am 6. April eröffnete Karl Schmidt-Rottluff Haus bietet fortan die Gelegenheit, ausgewählte Aspekte seines künstlerischen Schaffens und seiner biografischen Verbundenheit mit Chemnitz dauerhaft zu zeigen. Ein Teil der Schenkung von Hermann Gerlinger gilt explizit dem neu eingerichteten Karl Schmidt-Rottluff Haus. Zu diesen Werken zählen u.a. eine sehr frühe, in Bleistift gezeichnete Naturstudie mit Busch an Gewässer (um 1899), anfängliche Aquarelle, wie Stadttor mit Passanten (1901) und Bach unter Bäumen mit Steg (1901), sowie frühe Druckgrafiken wie Die Kirche(um 1904) oder Schlafender Junge (1905). Mit diesem Teil der Schenkung hebt der Privatsammler das frühe Schaffen von Karl Schmidt-Rottluff an seinem Geburtsort hervor. Die Werke werden, nach der ersten Präsentation am Theaterplatz, künftig das Karl Schmidt-Rottluff Haus bereichern.

Von Ernst Ludwig Kirchner schenkt Hermann Gerlinger den Kunstsammlungen Chemnitz die Lithografie-Reihe Bilder zu Sakuntala. Drama in sieben Akten von Kalidasa (1907) sowie die Bleistiftzeichnung Emmy Frisch und Karl Schmidt-Rottluff (1908), ein frühes Zeugnis für die enge Verbindung von Emy und Karl Schmidt-Rottluff, welche 1919 heiraten werden. Zur Schenkung zählen ebenfalls wichtige Werke von Erich Heckel. Die Holzschnitt-Reihe Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading (1907) gilt als die einzige Umsetzung eines literarischen Werkes im Œuvre von Heckel. Mit dem Holzschnitt Madonna von Ostende (1916) zieht ein wesentliches Motiv und ein wichtiges Werk von Heckel während des Ersten Weltkriegs, wo er als Sanitäter in Belgien diente, in den Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz ein. Ein besonderes Highlight der Schenkung bildet ebenfalls das Gemälde Zwei Männer (1919), welches im selben Jahr entstand als das sich einst im Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz befindende Triptychon Badende. In der NS-Zeit beschlagnahmt, konnte nur die rechte Tafel (Badende II) 1995 wiedererworben werden. Das Gemälde Zwei Männer schuf Heckel ebenfalls im Kontext seiner Aufenthalte in Osterholz; es stellt für die Kunstsammlungen Chemnitz in Bezug auf die eigne Sammlungsgeschichte eine große Bereicherung dar.

Den Höhepunkt der sehr großzügigen Schenkung von Hermann Gerlinger bildet das Gemälde Du und ich von Karl Schmidt-Rottluff. Es zeigt ein Doppelbildnis vom Maler und seiner Frau und ist 1919 im Jahr ihrer Hochzeit entstanden. Das Erleben des Ersten Weltkrieges führte bei Karl Schmidt-Rottluff zu einer Stiländerung, welche im Gemälde Du und ich angelegt ist; es deutet vereinfachte Formen und stärkere Kontouren an, welche ab 1920 die Werke prägen werden. Wie Karl Schmidt-Rottluff selbst, stammt auch seine Frau aus Chemnitz und ist biografisch mit der Stadt verbunden. Das Werk zeigt die große Verbundenheit von Karl Schmidt-Rottluff zu seiner Frau, aber auch die menschliche Nähe welche seine Porträts immer charakterisiert.

Mit der Unterstützung des Freundeskreises konnten vier weitere Werke von Karl Schmidt-Rottluff aus der Sammlung Gerlinger erworben werden. Hierzu zählen Liegender Rückenakt (1913), Mädchen vor dem Spiegel (1914), Selbstbildnis (1919) und Russische Landschaft mit Kreuzweg (1919). Ab dem 18. Oktober wird das Konvolut im Karl Schmidt-Rottluff Flügel der Kunstsammlungen am Theaterplatz präsentiert werden.

Aktuelle Öffnungszeiten sowie weitere Informationen finden Sie auf unserer Website. www.kunstsammlungen-chemnitz.de

FRANK MAIBIER · tritt tratt

11. Dezember – 12. April

Das künstlerische Werk von Frank Maibier zeichnet sich durch eine große Sensibilität für Materialien, Formen und Schriften aus. Papier wird gefaltet, gefärbt, gerollt und perforiert; es wird gestärkt und verletzt und so die Grenzen seiner Eigenschaften ausgelotet. Ebenso verhält es sich mit großen Skulpturen, aus Holz, Stahl oder Kunststoffen für die der Chemnitzer Künstler ein Formenvokabular entwickelt, das, konstruktivistisch oder organisch, mit Statik und Balancen spielt. Maibier schärft den Blick für Materialstrukturen und die ihr innewohnenden Bewegungspotenziale. Die Ausstellung zeigt Papierarbeiten, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen sowie Klangarbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen und eigens für die Präsentation entwickelte neue Werke.