WIN / WIN

Seit 2005 erwirbt die Kulturstiftung für den Freistaat Sachsen jedes Jahr zeitgenössische Bildende Kunst aus Sachsen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Künstler:innen, die ihren Schaffensmittelpunkt oder Wohnsitz im Freistaat Sachsen haben. Die Nominierung und Auswahl der Kunstwerke erfolgt durch den unabhängigen Fachbeirat Bildende Kunst und den Vorstand der Kulturstiftung. Die Kunstsammlungen Chemnitz freuen sich, die Ausstellungsreihe WIN/WIN beierts zum dritten Mal im Museum Gunzenhauser präsentieren zu können. Die Ausstellung WIN/WIN ist eine Kooperation zwischen der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser.

MAHLZEIT! Serving Gender

Mit der dreiteiligen Ausstellungsreihe Mahlzeit! widmet sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Thema Essen in der Kunst. Nach der Ausstellung Feinkunsthalle, in der die Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst im Fokus stand, thematisiert der zweite Teil Serving Gender die vielschichtigen Zusammenhänge von Geschlechterrollen und Essen aus feministischer Perspektive. Ausgehend vom Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz und ergänzt um Leihgaben zeitgenössischer Kunst werden Werke präsentiert, die epochenübergreifend die vielfältigen Verflechtungen und Ambivalenzen sichtbar machen, die an der Schnittstelle von Essen und der sozialen Rolle von Frauen existieren. Die Spannweite reicht dabei von Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung über die Muttermilch als Sinnbild biologischer und sozial erwarteter Fürsorge bis hin zu den vielschichtigen Normen, Ritualen und Rollenbildern, die Frauen und weiblich gelesene Körper mit dem Akt des Nährens und Essens verbindet.

Im globalen Kontext tragen Frauen seit Jahrhunderten die Hauptlast der oftmals unsichtbaren, unbezahlten Care-Arbeit rund um Nahrung: Sie kochen, sie versorgen, sie ernähren Kinder, Familien und Gemeinschaften. Serving Gender stellt Frauen als zentrale Ernährerinnen der Gesellschaft in den Mittelpunkt und nähert sich geschlechtsspezifischen Ambivalenzen in Bezug auf Essen, die mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, kulturellen Normen, Rollenzuschreibungen und der Kontrolle und Disziplinierung des weiblichen Körpers zusammenhängen.

Im Zentrum steht die Frage, wie Essen nicht nur biologische Bedürfnisse stillt, sondern gesellschaftliche Strukturen reproduziert: Wer bereitet Nahrung zu und wer wird in Bildern bei diesen Vorgängen dargestellt? Welche Erwartungen an weibliche Fürsorge prägen den Esstisch? Wer darf Appetit haben? Und wieso sind eigentlich die meisten Spitzenköch:innen männlich?

EINE UNVOLLENDETE GESCHICHTE

Die Kunstsammlung von Lola und David Leder ist weitgehend verloren. Diese Lücke kann durch die Ausstellung in den Kunstsammlungen am Theaterplatz nicht geschlossen werden; sie nimmt jedoch die Spurensuche nach dem Netzwerk der jüdischen Sammler:innen auf und zeigt Werke von Künstler:innen wie Max Liebermann, Lucie Rochenberg, Oskar Kokoschka, Gustav Schaffer, Otto Theodor Wolfgang Stein und weiteren.

Zentral in der Ausstellung steht das Porträts von David Leder, das Gustav Schaffer 1920 in Chemnitz gemalt hat. Dabei werden die Geschichte des Werkes, das Schaffen des Künstlers, sowie die Nachinventarisierung des Gemäldes in Zeiten der DDR in den Kunstsammlungen Chemnitz beleuchtet. In Zusammenarbeit mit den Nachfahren der Familie Leder wird die Frage nach der Provenienz gestellt: Wem gehört das Bild?

Die Ausstellung ist Teil einer Kooperation mit der Präsentation »Threads – Verflechtungen« im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, dem Industriemuseum Chemnitz und dem Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz und findet im Rahmen von TACHELES 2026 | Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen statt.

SPUREN DER NÄHE KÄTHE KOLLWITZ und zeitgenössische Fotografie

Käthe Kollwitz zählt mit ihrer eigenständigen und berührenden Bildsprache zu den herausragenden deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten ist sie eine bekannte und geschätzte Künstlerin, die soziale und gesellschaftliche Themen mit großer Eindringlichkeit schildert. Im Mittelpunkt ihres Werkes steht der Mensch. Kollwitz, die in den beiden Weltkriegen Sohn und Enkel verliert, setzt sich intensiv mit existenziellen Konflikten, Leid und Verletzlichkeit auseinander.

Die Kunstsammlungen Chemnitz widmen Käthe Kollwitz erstmals seit 1987 eine umfangreiche Ausstellung mit Druckgrafiken und Zeichnungen von 1892 bis 1938 aus dem eigenen, reichen Sammlungsbestand. Reliefs und Plastiken aus dem Käthe Kollwitz Museum Berlin ergänzen die Werkschau. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Klasse für Fotografie von Heidi Specker an der HGB Leipzig, die sich intensiv mit der Künstlerin und ihren Motiven auseinandersetzt. Ihre Arbeiten fragen nach der Aktualität der Themen von Kollwitz heute und spannen einen Bogen zur Gegenwart.

UTOPIA Recht auf Hoffnung

Die Ausstellung Utopia. Recht auf Hoffnung versammelt künstlerische Positionen, die angesichts globaler Krisen konkrete Visionen für ein gerechteres und nachhaltigeres Zusammenleben entwerfen. Neben der kritischen Auseinandersetzungmit der Utopie selbst und ihren glücksverheißenden, aber auch totalitären Implikationen, richtet sich der Fokus von Utopia auf Projekte, die auf eine Veränderung im Kleinen abzielen. Die gezeigten Werke und Objekte machen Vorschläge für alternative Lebensentwürfe, die aus heutiger Sicht unerreichbar scheinen. Vor allem die Kunst kann in diesem Kontext zu utopischen Zukunftsmodellen wegweisende Beiträge leisten, denn sie begleitet seit der Moderne mit ihrer Palette an ästhetischen wie inhaltlichen Mitteln kritisch gesellschaftliche Prozesse. Diese kritische Haltung macht Kunst seit jeher zu einem Ort utopischen Denkens.

Künstler*innen und Kollektive
AES+F, Kader Attia, Nuotama Frances Bodomo, melanie bonajo, Cao Fei, Anetta Mona Chişa und Lucia Tkáčová, Jasmina Cibic, Stephan Huber und Raimund Kummer, Sven Johne, Keiken, Mischa Leinkauf, Cornelia Parker, Lin May Saeed, Jaanus Samma, Tomás Saraceno, Terreform ONE, Nasan Tur und Liam Young

Utopia. Recht auf Hoffnung, eine Produktion des Kunstmuseum Wolfsburg, in Kooperation mit den Kunstsammlungen Chemnitz.

JUBILÄEN & IN GEDENKEN

Mit dieser Ausstellung würdigen wir Künstler*innen, die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern, ebenso jene, von denen wir Abschied nehmen mussten.

Die Präsentation verbindet Feier und Erinnerung und macht sichtbar, wie vielfältig künstlerische Lebenswege sind. Die Ausstellung versteht sich als Hommage an das Schaffen, das Wirken und die bleibenden Spuren dieser Künstler*innen.

 

MAHLZEIT!

Mit der Ausstellungsreihe Mahlzeit! widmet sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Thema Essen in der Kunst.
Mehr als alltägliche Verbrauchsprodukte avanciert Essen in der Kunst zu einer künstlerischen und zeithistorischen Dokumentation von menschlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen und Belangen. Es wird zum Bedeutungsund Bildträger gesellschaftspolitischer Diskurse und sozio-ökonomischer Verhältnisse, sozialer Ordnungen, kultureller Codierungen, interkultureller Vielfalt und von Machtstrukturen.

Mit der ersten Ausstellung begrüßen wir Sie in der Feinkunsthalle. Angelehnt an die räumlichen Strukturen eines Einkaufsladens können Sie in den Ausstellungsräumen der Feinkunsthalle die delikatesten Nahrungsund Genussmittel aus den Beständen der Kunstsammlungen Chemnitz entdecken. Von der hauseigenen Bäckerei über die Obst- und Gemüseabteilung, entlang der Fleischtheke bis hin zu den Kaugummis an der Kasse präsentiert die Ausstellung epochenübergreifend vielfältige künstlerische Darstellungen von Nahrungsmitteln.
Als existenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens finden sich Essensdarstellungen seit je her als zentrales und vielschichtiges Motiv in der Kunst.

Von zahlreichen Stillleben, die als primäres Genre der Essensdarstellung in der Kunstgeschichte dienen, über die Reformbewegungen in den 1920er Jahren, in denen Fragen nach vegetarischer und veganer Lebensweise an Bedeutung gewannen, die Mangelernährungen in instabilen Phasen bis hin zum Konsum von Fleisch – in der multiperspektivischen Zusammenstellung der Feinkunsthalle treten historische und zeitgenössische Werke in einen Dialog über Essen als kulturelles, wirtschaftliches und gesellschaftliches Produkt.

Feinkunsthalle fragt dabei nach der Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst. Welche Geschichten lassen sich anhand von Essensdarstellungen erzählen? Welche Produkte wurden in einer bestimmten Zeit konsumiert und wie?
Was können wir daraus über historische Zusammenhänge lernen?

GERDA LEPKE

Malerin und Graphikerin, Mitbegründerin der Dresdner Sezession 89

19. März – 10. Mai · Vernissage 19. März 19 Uhr

Ergänzt wird der graphische Teil von keramischen Arbeiten, die die Künstlerinnen GERDA LEPKE und KATHRIN BUSKIES (Gera) gemeinsam schufen.

Gerda Lepke, Malerin und Grafikerin, Gera, 2020, © Wikipedia

Di – Mi 11 – 15 Uhr, Do 16 – 20 Uhr und nach Vereinbarung