Ausstellungskalender

Aug
25
Do
RETREAT · Gruppenausstellung @ e.artis contemporary
Aug 25 um 10:00 – 17:00

… mit Arbeiten von ILONA KÁLNOKY, JEPPE LAUGE u.a.

10. Juni – 26.August

Mo 10 – 14 Uhr | Di – Fr. 10 – 17 Uhr und nach Vereinbarung

un-vergessen · EMMA HOHENSTEIN @ Kleine Galerie Hohenstein-Ernstthal
Aug 25 um 10:00 – 17:00

Hohenstein-Ernstthal 10. November – 8. Januar

Zeichnung / Malerei / Grafik

Der Klang der Großstadt @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 25 um 11:00 – 18:00

2021 jährt sich zum 150. Mal die Gründung des Deutschen Kaiserreichs, das von 1871 bis 1918 / 1919 bestand. In diesen Zeitraum fällt die durch unvorstellbare Dynamik forcierte Formung des Gemeinwesens der Stadt Chemnitz zur sächsischen Industriemetropole: Mit 100.000 Einwohnern im Jahr 1883 überschritt die Kommune die Grenze zur „Großstadt“ formell – bis 1900 kamen jeweils im Zehn-Jahres-Schritt weitere 100.000 Einwohner dazu. Chemnitz wurde Boomtown. Eine prächtige City entstand. Die Randbezirke wurden sowohl von dicht besiedelten Arbeiterquartieren als auch von luxuriösen Wohngebieten für die privilegierteren Schichten in Besitz genommen. Unter anderem mussten Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Infrastruktur und Architektur mit dem starken Wachstum Schritt halten. Das Kaiserreich ist somit eine der prägendsten Epochen in der Geschichte der Stadt Chemnitz – im Positiven, was die Binnenentwicklung der Stadt über mehrere Jahrzehnte anbelangt, wie auch im Negativen, denn die Folgen der Entbehrungen ausgelöst durch den Ersten Weltkrieg waren bis in jeden einzelnen Haushalt spürbar. Die Abdankung des Kaisers und die Novemberrevolution im Jahr 1918 brachten schließlich das Ende der Monarchie und die Hinwendung zu republikanisch-demokratischen Verhältnissen.

Eine Vielzahl bislang unveröffentlichter historischer Fotografien, aufwändig bemalter Schützenscheiben, großer Damenroben und bunter Uniformen lassen das Bild der Menschen in den Straßen der Stadt wieder lebendig werden und geben bis heute ein lebendiges Zeugnis des bürgerlichen Fortschrittsdiskurses der Zeit wieder. Die Jubiläumsausstellung macht mit dem breiten Spektrum von Objekten aus der Sammlung des Schloßbergmuseums ein Stück Lebensgefühl jener Jahrzehnte wieder erfahrbar.

 

DES PUDELS KERN @ Museum Gunzenhauser
Aug 25 um 11:00 – 18:00

Illustrationen von 1900 bis heute

»Das also war des Pudels Kern!« ruft Goethes Faust erstaunt, als sich das Tier in Mephisto verwandelt. Noch heute wird dieser Ausdruck verwendet, um auf das Wesentliche oder den Kern einer Sache hinzuweisen. Auch der Illustration liegt die Eigenschaft des Sichtbarmachens, Zuspitzens und Kommentierens zugrunde. Erstmalig präsentiert die Ausstellung Grafiken aus dem Sammlungsbestand des Museums Gunzenhauser, die nach literarischen Vorlagen, Gedichten, Erzählungen und Märchen entstanden sind.

Darunter befinden sich Illustrationen von Marcus Behmer zu Honoré de Balzac, Oscar Wilde, E.T.A. Hoffmann und Voltaire, Karl Walsers Leonce und Lena, Karl Hubbuchs Mappe mit Radierungen zu Goethes Faust und David Hockneys Serie zu den Märchen der Gebrüder Grimm. In Auseinandersetzung mit den Werken der Sammlung zeigt die Klasse für Illustration der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von Thomas Matthaeus Müller und Katja Schwalenberg zeitgenössische Arbeiten in der Ausstellung.

GOTISCHE SKULPTUR IN SACHSEN @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 25 um 11:00 – 18:00

GOTISCHE SKULPTUR IN SACHSEN

 

Dank der großzügigen konzeptionellen Haltung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist seit dem 21. Juni 2009 im Chemnitzer Schloßbergmuseum die einzigartige Sammlung Gotische Skulptur in Sachsen zu sehen.

Die Idee des Projektes beruhte auf einer gemeinsamen Initiative von Dr. Moritz Woelk, Direktor der Skulpturensammlung Dresden, in Übereinstimmung mit Prof. Dr. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Ingrid Mössinger, Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz. Es handelte sich dabei um die Zusammenführung von mittelalterlichen Skulpturen, die
bislang dahin auf der Albrechtsburg in Meißen, in der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Schloßbergmuseum in Chemnitz gezeigt wurden.

Dass diese beeindruckenden sächsischen Sonderformen eines epochalen europäischen Stiles seither an einem einzigen Ort zu besichtigen sind, ist nicht nur der generösen Haltung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu verdanken, sondern auch der Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Barbara Ludwig, die sofort die Chance einer einmaligen kulturellen Bereicherung für die Stadt Chemnitz erkannte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Heidemarie Lüth, Kulturbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, wäre die Realisierung des Projektes schwerlich gelungen.

Geografisch gesehen stammen die gezeigten Objekte aus der gesamten Region Sachsen und decken den Raum zwischen dem westlichen Erzgebirge und der Oberlausitz im Osten ab. Der überwiegend skulpturale Teil der Ausstellung wird durch einige Altarretabel und hochrangige Werke spätgotischer Tafelmalerei ergänzt. Hervorgegangen aus dem einstigen Chemnitzer Benediktinerkloster stellt das Museum mit seiner ursprünglich sakralen Funktion ein würdiges Umfeld für die Ausstellungsstücke dar, die ursprünglich einen liturgischen Zweck im Kirchenraum zu erfüllen hatten. Die benachbarte, bis ca. 1533 errichtete Schloßkirche veranschaulicht mit der dortigen vom Meister H.W. geschaffenen Geißelsäule, dem Nordportal des Franz Maidburg und dem Katharinenaltar im Chor die ursprüngliche Zweckbestimmung solcher Ausstattungsstücke in einem Gotteshaus.

LEBENSLINIEN · MICHAEL MORGNER @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 25 um 11:00 – 18:00

bis 31. Oktober

Was prägt ein Menschenleben? Für den Chemnitzer Künstler Michael Morgner sind es Kriegs- und Verlusterfahrungen, der Einfluss politischer Regime auf die persönliche Freiheit, Tod und Angst, aber auch deren Überwindung, das Aufstehen nach Schicksalsschlägen und die Neuanfänge nach gesellschaftlichen Umbrüchen. Diese existenziellen Themen verhandelt er in seinen künstlerischen Arbeiten.

Aufgewachsen in Einsiedel, wo er bis auf kurze Unterbrechungen heute noch wohnt, erlebte er in seinen ersten Lebensjahren die Kriegszerstörung seines Heimatortes und die Folgen der nationalsozialistischen Diktatur. Diese frühen Erinnerungen, die Schuld der Deutschen an den Verbrechen des NS-Regimes aber auch das Leben in der DDR waren Themen und Erfahrungen, die Morgners künstlerische Fragestellungen prägten. Rückzugsräume für seinen Schaffensprozess fand er im kollektiven Arbeiten innerhalb der Künstlergruppe Clara Mosch (1977 – 1982) sowie in der Natur, an den Stränden von Ahrenshoop oder den Wäldern um Einsiedel. Im Jahr seines 80. Geburtstags blickt die Ausstellung zurück auf eine ereignisreiche Künstlerkarriere und ein umfangreiches Werk. Gezeigt werden Gemälde und Arbeiten auf Papier verschiedener Schaffensphasen, darunter auch Werke, die im Jahr 2020 durch einen Ankauf und eine großzügige Schenkung in die Kunstsammlungen kamen und erstmals hier präsentiert werden.

Um die Aktualität von Morgners künstlerischen Fragestellungen zu unterstreichen und sie um zusätzliche Perspektiven zu erweitern, zeigt die Ausstellung außerdem Arbeiten junger künstlerischer Positionen von Deborah Geppert, Ayala Shoshana Guy, Michelle Harder und Jana Mila Lippitz.

Malerei und Plastik der Klassischen Moderne – Karl Schmidt-Rottluff und der Expressionismus @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 25 um 11:00 – 18:00

Das programmatische Selbstverständnis der städtischen Kunstsammlungen ist seit ihrer Gründung 1920 auf die Gegenwartskunst gerichtet. Die hier getroffene Auswahl zeigt ergänzend zur Galerie der Moderne im obersten Geschoss und der Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ weitere repräsentative Werke der Klassischen Moderne; darunter von Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Max Beckmann, Carl Hofer, Gabriele Münter und, exemplarisch, auch zeitgenössischen Künstlern.

 

Malerei und Plastik von der Spätromantik bis zum Historismus @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 25 um 11:00 – 18:00

Als der Symbolismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkam, war er weniger eine künstlerische Stilrichtung, denn eine Geisteshaltung, die mit den Umbrüchen der Industrialisierung einherging. Dem von Nietzsche propagierten philosophischen Ende der Religion standen in der Bildenden Kunst verschiedenste Ansätze wie Mystizismus, Symbolismus und ein strenger aus Historismus und Romantik erwachsener Akademismus gegenüber. Hingegen wurden vor allem der Realismus und Naturalismus Aushängeschild und Erkennungszeichen eines sozialen Bewusstseins. Neben einem spätromantischen Interesse an der Portraitkunst, Genrestudien, Landschaftsdarstellungen aus der eigenen Region, wurden klassisch antike Themen neu interpretiert. Die wilhelminische Zeit nach dem Krieg 1870–1871, auch Gründerzeit genannt, war von großen sozialen Gegensätzen geprägt. Viele Auftragswerke in öffentlichen und privaten Räumen, in üppigen Ausstattungen und prunkvollen, reichverzierten Dekor entstanden. In der deutschen Kunst begann ein Wettstreit unterschiedlichster künstlerischer Positionen, innerhalb und außerhalb der großen Akademien in München, Dresden und Düsseldorf, von deren Vertretern wir hier repräsentative Beispiele zeigen.

 

 

METAMORPHOSE @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 25 um 11:00 – 18:00

Fotografien vom Verschwinden des alten Chemnitz in der Gründerzeit

Anhand von etwa 90 originalen fotografischen Aufnahmen ermöglicht die Ausstellung METAMORPHOSE Einblicke in die Chemnitzer Stadtentwicklung zur Jahrhundertwende um 1900. Die Fotografien zeigen eindrücklich, welchen Veränderungsprozess die Industrialisierung in der Stadtentwicklung auslösten. Im Aufschwung der Gründerjahre überschritt Chemnitz die 100.000-Einwohner Marke und wurde Großstadt. In der eigentlichen »Innenstadt« hatte sich bis dahin wenig verändert. Doch nun wich die biedermeierlich-beschauliche Atmosphäre großstädtischer Anmutung.

Diese gewaltigen Wandlungen boten interessante Motive für das damals noch junge Medium der Fotografie. Mit Plattenkameras entstanden Bilder des Aufbruchs in eine neue Zeit. Gleichzeitig wurde hier der Abschied von einer verschwindenden Welt dokumentiert. Viele Aufnahmen, die die Fotografen aus eigenem Antrieb oder im Auftrag von Hauseigentümern angefertigt hatten, gelangten später in die Sammlungen des Schloßbergmuseums. Darunter sind Arbeiten bekannter Chemnitzer Bildautoren wie Clemens Seeber, Rudolph Pause oder Johann Niclou, aber auch von Fotografen, deren Namen nicht überliefert sind.

Heute bieten die Digitalisierung des Sammlungsbestandes und Recherchemöglichkeiten über das Internet wirkungsvolle Hilfsmittel für die Erschließung solchen Materials, etwa wenn es um die Identifizierung von Aufnahmestandorten geht. So konnten im Rahmen der Ausstellungsvorbereitungen neue Erkenntnisse über die städteplanerischen Vorgänge um 1900 gewonnen werden, die Sie in der Ausstellung nachverfolgen können.

Die Fotografien aus der Gründerzeit ergänzen damit auch die dauerhaft im Schloßbergmuseum präsentierten Exponate zur Stadtentwicklung, wie die großen Modelle zum vorindustriellen Chemnitz und der gründerzeitlichen Stadtbildung.

 

Otto Dix und die Neue Sachlichkeit @ Museum Gunzenhauser
Aug 25 um 11:00 – 18:00

Nach expressionistischen, futuristischen und dadaistischen Anfängen im künstlerischen Werk von Otto Dix kommt es um 1921 zu einer spürbaren formalen Beruhigung. Der Künstler entwickelt einen ganz eigenen kritischen Realismus, der altmeisterliche Technik mit beißender Gesellschaftskritik verbindet, und wird zu einem der bedeutendsten Protagonisten der Neuen Sachlichkeit. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird er als erster deutscher Künstler aus seiner Akademieprofessur in Dresden entlassen.

Er flieht mit seiner Familie nach Hemmenhofen am Bodensee und zieht sich in ländlicher Umgebung in die Innere Emigration zurück. Unter dem Verlust seiner bisher wichtigsten Inspirationsquelle, das Milieu der Großstadt, entstehen nun vor allem Landschaftsbilder, die in der aufwändigen Lasurtechnik der altdeutschen Tafelmalerei ausgeführt werden. In diesen im Atelier entstandenen Kompositionen reflektiert Dix mithilfe bedrohlich erscheinender Naturgewalten versteckt das aktuelle politische Zeitgeschehen.

present perfect @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 25 um 11:00 – 18:00

bis 12. Februar
Neuerwerbungen der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland

Aus den Neuerwerbungen des Bundes präsentiert die Ausstellung present perfect im Museum Gunzenhauser rund 50 Werke von 44 in Deutschland lebenden Künstler:innen in den unterschiedlichsten Techniken, wie Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation, Fotografie und Video. Der Titel der Ausstellung ist einem Gemälde von Tamina Amadyar entlehnt. In verschiedenen Ausstellungskapiteln werden gesellschaftliche und politische Themen in der zeitgenössischen Kunst verhandelt, die von einer multiethnischen Vielstimmigkeit geprägt sind. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten zu den Themen Migration und Identität. Hier werden Fragen behandelt, die sich Deutschland als Einwanderungsland widmen, der Suche nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit in einer postmigrantischen Gesellschaft, aber auch Stereotypisierung und Rassismus. Daneben werden Werke gezeigt, die sich mit Geschichtskonstruktion, gesellschaftlichem Wandel und Erinnerungskultur in unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Ein weiterer Themenbereich widmet sich der Hinterfragung individueller Identitätskonstruktionen, Geschlechterzuschreibungen und Diversität sowie der Repräsentation von Körper, aber auch Macht und Autorität. Schließlich werden Werke gezeigt, die von formalästhetischen Fragestellungen erzählen, klassische Bildkategorien aufbrechen und in denen Abbilder und Realitäten zur Fiktion werden.

»Die junge bildende Kunst ist endgültig international geworden, schöpft aus vielfältigen ethnischen, weltanschaulichen, religiösen und ästhetischen Quellen, die so global sind wie die Lebenswege und Denkhorizonte vieler Künstlerinnen und Künstler«, so Claudia Roth MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien. »Für Besucherinnen und Besucher der Ausstellung ist nicht entscheidend, dass ihnen die Namen vieler Künstlerinnen und Künstler vielleicht geläufig sind. Viel wichtiger ist, dass sie sich auf das Gesehen einlassen und spüren, dass hinter jedem Werk vor allem eine Haltung, ein Engagement steht.«

Seit mehr als 50 Jahren sammelt die Bundesrepublik Deutschland zeitgenössische Kunst. Mittlerweile umfasst diese Sammlung rund 2000 Arbeiten. Der Bund entscheidet über die Ankäufe aufgrund der Empfehlungen einer unabhängigen Kommission von Sachverständigen, deren fünf Mitglieder jeweils für fünf Jahre von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien berufen werden. Darüber hinaus stellte der Bund zur Förderung der Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern in der Pandemie zusätzliche Ankaufsmittel im Rahmen des Programmes NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

Nachdem ein Großteil der Neuerwerbungen aus den vergangenen fünf Jahren zunächst in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn präsentiert worden sind, werden aus der Ausstellung nun zeitgleich im Museum Gunzenhauser in Chemnitz und im Neuen Museum Nürnberg ausgewählte Werke in Kooperation gezeigt.

In ihrer thematischen und künstlerischen Vielfalt bietet die Ausstellung nicht nur einen spannungsvollen Einblick in die zeitgenössische Kunst, sondern auch in die aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen in Deutschland.


Künstler:innen

Frank Ahlgrimm, Tamina Amadyar, Karimah Ashadu, Benjamin Badock, Gerry Bibby, Matthias Bitzer, Pauline Boudry, Sebastian Burger, Christina Chirulescu, Inga Danysz, Esra Ersen, Ayan Farah, Nadine Fecht, Anett Frontzek, Stefan Fuchs, Stephanie Gudra, Faisal Habibi, Simon Hehemann, Lena Henke, Margret Hoppe, Tilman Hornig, Klára Hosnedlova, Nadira Husain, Stephan Janitzky, Franka Kassner, Erinna König, Renate Lorenz, Katja Novitskova, Emeka Ogboh, Henrik Olesen, Judith Rautenberg, Havin Al-Sindy, Camilla Steinum, Pauline Stopp, Johanna Strobel, Stephen Suckale, Benedikt Terwiel, Bussaraporn Thongchai, Sung Tieu, Nasan Tur, Silke Wagner, Jasmin Werner, Christoph Wüstenhagen, Malte Zenses

Aug
26
Fr
RETREAT · Gruppenausstellung @ e.artis contemporary
Aug 26 um 10:00 – 17:00

… mit Arbeiten von ILONA KÁLNOKY, JEPPE LAUGE u.a.

10. Juni – 26.August

Mo 10 – 14 Uhr | Di – Fr. 10 – 17 Uhr und nach Vereinbarung

un-vergessen · EMMA HOHENSTEIN @ Kleine Galerie Hohenstein-Ernstthal
Aug 26 um 10:00 – 17:00

Hohenstein-Ernstthal 10. November – 8. Januar

Zeichnung / Malerei / Grafik

Der Klang der Großstadt @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 26 um 11:00 – 18:00

2021 jährt sich zum 150. Mal die Gründung des Deutschen Kaiserreichs, das von 1871 bis 1918 / 1919 bestand. In diesen Zeitraum fällt die durch unvorstellbare Dynamik forcierte Formung des Gemeinwesens der Stadt Chemnitz zur sächsischen Industriemetropole: Mit 100.000 Einwohnern im Jahr 1883 überschritt die Kommune die Grenze zur „Großstadt“ formell – bis 1900 kamen jeweils im Zehn-Jahres-Schritt weitere 100.000 Einwohner dazu. Chemnitz wurde Boomtown. Eine prächtige City entstand. Die Randbezirke wurden sowohl von dicht besiedelten Arbeiterquartieren als auch von luxuriösen Wohngebieten für die privilegierteren Schichten in Besitz genommen. Unter anderem mussten Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Infrastruktur und Architektur mit dem starken Wachstum Schritt halten. Das Kaiserreich ist somit eine der prägendsten Epochen in der Geschichte der Stadt Chemnitz – im Positiven, was die Binnenentwicklung der Stadt über mehrere Jahrzehnte anbelangt, wie auch im Negativen, denn die Folgen der Entbehrungen ausgelöst durch den Ersten Weltkrieg waren bis in jeden einzelnen Haushalt spürbar. Die Abdankung des Kaisers und die Novemberrevolution im Jahr 1918 brachten schließlich das Ende der Monarchie und die Hinwendung zu republikanisch-demokratischen Verhältnissen.

Eine Vielzahl bislang unveröffentlichter historischer Fotografien, aufwändig bemalter Schützenscheiben, großer Damenroben und bunter Uniformen lassen das Bild der Menschen in den Straßen der Stadt wieder lebendig werden und geben bis heute ein lebendiges Zeugnis des bürgerlichen Fortschrittsdiskurses der Zeit wieder. Die Jubiläumsausstellung macht mit dem breiten Spektrum von Objekten aus der Sammlung des Schloßbergmuseums ein Stück Lebensgefühl jener Jahrzehnte wieder erfahrbar.

 

DES PUDELS KERN @ Museum Gunzenhauser
Aug 26 um 11:00 – 18:00

Illustrationen von 1900 bis heute

»Das also war des Pudels Kern!« ruft Goethes Faust erstaunt, als sich das Tier in Mephisto verwandelt. Noch heute wird dieser Ausdruck verwendet, um auf das Wesentliche oder den Kern einer Sache hinzuweisen. Auch der Illustration liegt die Eigenschaft des Sichtbarmachens, Zuspitzens und Kommentierens zugrunde. Erstmalig präsentiert die Ausstellung Grafiken aus dem Sammlungsbestand des Museums Gunzenhauser, die nach literarischen Vorlagen, Gedichten, Erzählungen und Märchen entstanden sind.

Darunter befinden sich Illustrationen von Marcus Behmer zu Honoré de Balzac, Oscar Wilde, E.T.A. Hoffmann und Voltaire, Karl Walsers Leonce und Lena, Karl Hubbuchs Mappe mit Radierungen zu Goethes Faust und David Hockneys Serie zu den Märchen der Gebrüder Grimm. In Auseinandersetzung mit den Werken der Sammlung zeigt die Klasse für Illustration der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von Thomas Matthaeus Müller und Katja Schwalenberg zeitgenössische Arbeiten in der Ausstellung.

GOTISCHE SKULPTUR IN SACHSEN @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 26 um 11:00 – 18:00

GOTISCHE SKULPTUR IN SACHSEN

 

Dank der großzügigen konzeptionellen Haltung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist seit dem 21. Juni 2009 im Chemnitzer Schloßbergmuseum die einzigartige Sammlung Gotische Skulptur in Sachsen zu sehen.

Die Idee des Projektes beruhte auf einer gemeinsamen Initiative von Dr. Moritz Woelk, Direktor der Skulpturensammlung Dresden, in Übereinstimmung mit Prof. Dr. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Ingrid Mössinger, Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz. Es handelte sich dabei um die Zusammenführung von mittelalterlichen Skulpturen, die
bislang dahin auf der Albrechtsburg in Meißen, in der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Schloßbergmuseum in Chemnitz gezeigt wurden.

Dass diese beeindruckenden sächsischen Sonderformen eines epochalen europäischen Stiles seither an einem einzigen Ort zu besichtigen sind, ist nicht nur der generösen Haltung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu verdanken, sondern auch der Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Barbara Ludwig, die sofort die Chance einer einmaligen kulturellen Bereicherung für die Stadt Chemnitz erkannte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Heidemarie Lüth, Kulturbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, wäre die Realisierung des Projektes schwerlich gelungen.

Geografisch gesehen stammen die gezeigten Objekte aus der gesamten Region Sachsen und decken den Raum zwischen dem westlichen Erzgebirge und der Oberlausitz im Osten ab. Der überwiegend skulpturale Teil der Ausstellung wird durch einige Altarretabel und hochrangige Werke spätgotischer Tafelmalerei ergänzt. Hervorgegangen aus dem einstigen Chemnitzer Benediktinerkloster stellt das Museum mit seiner ursprünglich sakralen Funktion ein würdiges Umfeld für die Ausstellungsstücke dar, die ursprünglich einen liturgischen Zweck im Kirchenraum zu erfüllen hatten. Die benachbarte, bis ca. 1533 errichtete Schloßkirche veranschaulicht mit der dortigen vom Meister H.W. geschaffenen Geißelsäule, dem Nordportal des Franz Maidburg und dem Katharinenaltar im Chor die ursprüngliche Zweckbestimmung solcher Ausstattungsstücke in einem Gotteshaus.

LEBENSLINIEN · MICHAEL MORGNER @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 26 um 11:00 – 18:00

bis 31. Oktober

Was prägt ein Menschenleben? Für den Chemnitzer Künstler Michael Morgner sind es Kriegs- und Verlusterfahrungen, der Einfluss politischer Regime auf die persönliche Freiheit, Tod und Angst, aber auch deren Überwindung, das Aufstehen nach Schicksalsschlägen und die Neuanfänge nach gesellschaftlichen Umbrüchen. Diese existenziellen Themen verhandelt er in seinen künstlerischen Arbeiten.

Aufgewachsen in Einsiedel, wo er bis auf kurze Unterbrechungen heute noch wohnt, erlebte er in seinen ersten Lebensjahren die Kriegszerstörung seines Heimatortes und die Folgen der nationalsozialistischen Diktatur. Diese frühen Erinnerungen, die Schuld der Deutschen an den Verbrechen des NS-Regimes aber auch das Leben in der DDR waren Themen und Erfahrungen, die Morgners künstlerische Fragestellungen prägten. Rückzugsräume für seinen Schaffensprozess fand er im kollektiven Arbeiten innerhalb der Künstlergruppe Clara Mosch (1977 – 1982) sowie in der Natur, an den Stränden von Ahrenshoop oder den Wäldern um Einsiedel. Im Jahr seines 80. Geburtstags blickt die Ausstellung zurück auf eine ereignisreiche Künstlerkarriere und ein umfangreiches Werk. Gezeigt werden Gemälde und Arbeiten auf Papier verschiedener Schaffensphasen, darunter auch Werke, die im Jahr 2020 durch einen Ankauf und eine großzügige Schenkung in die Kunstsammlungen kamen und erstmals hier präsentiert werden.

Um die Aktualität von Morgners künstlerischen Fragestellungen zu unterstreichen und sie um zusätzliche Perspektiven zu erweitern, zeigt die Ausstellung außerdem Arbeiten junger künstlerischer Positionen von Deborah Geppert, Ayala Shoshana Guy, Michelle Harder und Jana Mila Lippitz.

Malerei und Plastik der Klassischen Moderne – Karl Schmidt-Rottluff und der Expressionismus @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 26 um 11:00 – 18:00

Das programmatische Selbstverständnis der städtischen Kunstsammlungen ist seit ihrer Gründung 1920 auf die Gegenwartskunst gerichtet. Die hier getroffene Auswahl zeigt ergänzend zur Galerie der Moderne im obersten Geschoss und der Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ weitere repräsentative Werke der Klassischen Moderne; darunter von Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Max Beckmann, Carl Hofer, Gabriele Münter und, exemplarisch, auch zeitgenössischen Künstlern.

 

Malerei und Plastik von der Spätromantik bis zum Historismus @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 26 um 11:00 – 18:00

Als der Symbolismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkam, war er weniger eine künstlerische Stilrichtung, denn eine Geisteshaltung, die mit den Umbrüchen der Industrialisierung einherging. Dem von Nietzsche propagierten philosophischen Ende der Religion standen in der Bildenden Kunst verschiedenste Ansätze wie Mystizismus, Symbolismus und ein strenger aus Historismus und Romantik erwachsener Akademismus gegenüber. Hingegen wurden vor allem der Realismus und Naturalismus Aushängeschild und Erkennungszeichen eines sozialen Bewusstseins. Neben einem spätromantischen Interesse an der Portraitkunst, Genrestudien, Landschaftsdarstellungen aus der eigenen Region, wurden klassisch antike Themen neu interpretiert. Die wilhelminische Zeit nach dem Krieg 1870–1871, auch Gründerzeit genannt, war von großen sozialen Gegensätzen geprägt. Viele Auftragswerke in öffentlichen und privaten Räumen, in üppigen Ausstattungen und prunkvollen, reichverzierten Dekor entstanden. In der deutschen Kunst begann ein Wettstreit unterschiedlichster künstlerischer Positionen, innerhalb und außerhalb der großen Akademien in München, Dresden und Düsseldorf, von deren Vertretern wir hier repräsentative Beispiele zeigen.

 

 

METAMORPHOSE @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 26 um 11:00 – 18:00

Fotografien vom Verschwinden des alten Chemnitz in der Gründerzeit

Anhand von etwa 90 originalen fotografischen Aufnahmen ermöglicht die Ausstellung METAMORPHOSE Einblicke in die Chemnitzer Stadtentwicklung zur Jahrhundertwende um 1900. Die Fotografien zeigen eindrücklich, welchen Veränderungsprozess die Industrialisierung in der Stadtentwicklung auslösten. Im Aufschwung der Gründerjahre überschritt Chemnitz die 100.000-Einwohner Marke und wurde Großstadt. In der eigentlichen »Innenstadt« hatte sich bis dahin wenig verändert. Doch nun wich die biedermeierlich-beschauliche Atmosphäre großstädtischer Anmutung.

Diese gewaltigen Wandlungen boten interessante Motive für das damals noch junge Medium der Fotografie. Mit Plattenkameras entstanden Bilder des Aufbruchs in eine neue Zeit. Gleichzeitig wurde hier der Abschied von einer verschwindenden Welt dokumentiert. Viele Aufnahmen, die die Fotografen aus eigenem Antrieb oder im Auftrag von Hauseigentümern angefertigt hatten, gelangten später in die Sammlungen des Schloßbergmuseums. Darunter sind Arbeiten bekannter Chemnitzer Bildautoren wie Clemens Seeber, Rudolph Pause oder Johann Niclou, aber auch von Fotografen, deren Namen nicht überliefert sind.

Heute bieten die Digitalisierung des Sammlungsbestandes und Recherchemöglichkeiten über das Internet wirkungsvolle Hilfsmittel für die Erschließung solchen Materials, etwa wenn es um die Identifizierung von Aufnahmestandorten geht. So konnten im Rahmen der Ausstellungsvorbereitungen neue Erkenntnisse über die städteplanerischen Vorgänge um 1900 gewonnen werden, die Sie in der Ausstellung nachverfolgen können.

Die Fotografien aus der Gründerzeit ergänzen damit auch die dauerhaft im Schloßbergmuseum präsentierten Exponate zur Stadtentwicklung, wie die großen Modelle zum vorindustriellen Chemnitz und der gründerzeitlichen Stadtbildung.

 

Otto Dix und die Neue Sachlichkeit @ Museum Gunzenhauser
Aug 26 um 11:00 – 18:00

Nach expressionistischen, futuristischen und dadaistischen Anfängen im künstlerischen Werk von Otto Dix kommt es um 1921 zu einer spürbaren formalen Beruhigung. Der Künstler entwickelt einen ganz eigenen kritischen Realismus, der altmeisterliche Technik mit beißender Gesellschaftskritik verbindet, und wird zu einem der bedeutendsten Protagonisten der Neuen Sachlichkeit. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird er als erster deutscher Künstler aus seiner Akademieprofessur in Dresden entlassen.

Er flieht mit seiner Familie nach Hemmenhofen am Bodensee und zieht sich in ländlicher Umgebung in die Innere Emigration zurück. Unter dem Verlust seiner bisher wichtigsten Inspirationsquelle, das Milieu der Großstadt, entstehen nun vor allem Landschaftsbilder, die in der aufwändigen Lasurtechnik der altdeutschen Tafelmalerei ausgeführt werden. In diesen im Atelier entstandenen Kompositionen reflektiert Dix mithilfe bedrohlich erscheinender Naturgewalten versteckt das aktuelle politische Zeitgeschehen.

present perfect @ KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ
Aug 26 um 11:00 – 18:00

bis 12. Februar
Neuerwerbungen der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland

Aus den Neuerwerbungen des Bundes präsentiert die Ausstellung present perfect im Museum Gunzenhauser rund 50 Werke von 44 in Deutschland lebenden Künstler:innen in den unterschiedlichsten Techniken, wie Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation, Fotografie und Video. Der Titel der Ausstellung ist einem Gemälde von Tamina Amadyar entlehnt. In verschiedenen Ausstellungskapiteln werden gesellschaftliche und politische Themen in der zeitgenössischen Kunst verhandelt, die von einer multiethnischen Vielstimmigkeit geprägt sind. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten zu den Themen Migration und Identität. Hier werden Fragen behandelt, die sich Deutschland als Einwanderungsland widmen, der Suche nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit in einer postmigrantischen Gesellschaft, aber auch Stereotypisierung und Rassismus. Daneben werden Werke gezeigt, die sich mit Geschichtskonstruktion, gesellschaftlichem Wandel und Erinnerungskultur in unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Ein weiterer Themenbereich widmet sich der Hinterfragung individueller Identitätskonstruktionen, Geschlechterzuschreibungen und Diversität sowie der Repräsentation von Körper, aber auch Macht und Autorität. Schließlich werden Werke gezeigt, die von formalästhetischen Fragestellungen erzählen, klassische Bildkategorien aufbrechen und in denen Abbilder und Realitäten zur Fiktion werden.

»Die junge bildende Kunst ist endgültig international geworden, schöpft aus vielfältigen ethnischen, weltanschaulichen, religiösen und ästhetischen Quellen, die so global sind wie die Lebenswege und Denkhorizonte vieler Künstlerinnen und Künstler«, so Claudia Roth MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien. »Für Besucherinnen und Besucher der Ausstellung ist nicht entscheidend, dass ihnen die Namen vieler Künstlerinnen und Künstler vielleicht geläufig sind. Viel wichtiger ist, dass sie sich auf das Gesehen einlassen und spüren, dass hinter jedem Werk vor allem eine Haltung, ein Engagement steht.«

Seit mehr als 50 Jahren sammelt die Bundesrepublik Deutschland zeitgenössische Kunst. Mittlerweile umfasst diese Sammlung rund 2000 Arbeiten. Der Bund entscheidet über die Ankäufe aufgrund der Empfehlungen einer unabhängigen Kommission von Sachverständigen, deren fünf Mitglieder jeweils für fünf Jahre von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien berufen werden. Darüber hinaus stellte der Bund zur Förderung der Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern in der Pandemie zusätzliche Ankaufsmittel im Rahmen des Programmes NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

Nachdem ein Großteil der Neuerwerbungen aus den vergangenen fünf Jahren zunächst in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn präsentiert worden sind, werden aus der Ausstellung nun zeitgleich im Museum Gunzenhauser in Chemnitz und im Neuen Museum Nürnberg ausgewählte Werke in Kooperation gezeigt.

In ihrer thematischen und künstlerischen Vielfalt bietet die Ausstellung nicht nur einen spannungsvollen Einblick in die zeitgenössische Kunst, sondern auch in die aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen in Deutschland.


Künstler:innen

Frank Ahlgrimm, Tamina Amadyar, Karimah Ashadu, Benjamin Badock, Gerry Bibby, Matthias Bitzer, Pauline Boudry, Sebastian Burger, Christina Chirulescu, Inga Danysz, Esra Ersen, Ayan Farah, Nadine Fecht, Anett Frontzek, Stefan Fuchs, Stephanie Gudra, Faisal Habibi, Simon Hehemann, Lena Henke, Margret Hoppe, Tilman Hornig, Klára Hosnedlova, Nadira Husain, Stephan Janitzky, Franka Kassner, Erinna König, Renate Lorenz, Katja Novitskova, Emeka Ogboh, Henrik Olesen, Judith Rautenberg, Havin Al-Sindy, Camilla Steinum, Pauline Stopp, Johanna Strobel, Stephen Suckale, Benedikt Terwiel, Bussaraporn Thongchai, Sung Tieu, Nasan Tur, Silke Wagner, Jasmin Werner, Christoph Wüstenhagen, Malte Zenses

Aug
27
Sa
Der Klang der Großstadt @ SCHLOSSBERGMUSEUM
Aug 27 um 11:00 – 18:00

2021 jährt sich zum 150. Mal die Gründung des Deutschen Kaiserreichs, das von 1871 bis 1918 / 1919 bestand. In diesen Zeitraum fällt die durch unvorstellbare Dynamik forcierte Formung des Gemeinwesens der Stadt Chemnitz zur sächsischen Industriemetropole: Mit 100.000 Einwohnern im Jahr 1883 überschritt die Kommune die Grenze zur „Großstadt“ formell – bis 1900 kamen jeweils im Zehn-Jahres-Schritt weitere 100.000 Einwohner dazu. Chemnitz wurde Boomtown. Eine prächtige City entstand. Die Randbezirke wurden sowohl von dicht besiedelten Arbeiterquartieren als auch von luxuriösen Wohngebieten für die privilegierteren Schichten in Besitz genommen. Unter anderem mussten Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Infrastruktur und Architektur mit dem starken Wachstum Schritt halten. Das Kaiserreich ist somit eine der prägendsten Epochen in der Geschichte der Stadt Chemnitz – im Positiven, was die Binnenentwicklung der Stadt über mehrere Jahrzehnte anbelangt, wie auch im Negativen, denn die Folgen der Entbehrungen ausgelöst durch den Ersten Weltkrieg waren bis in jeden einzelnen Haushalt spürbar. Die Abdankung des Kaisers und die Novemberrevolution im Jahr 1918 brachten schließlich das Ende der Monarchie und die Hinwendung zu republikanisch-demokratischen Verhältnissen.

Eine Vielzahl bislang unveröffentlichter historischer Fotografien, aufwändig bemalter Schützenscheiben, großer Damenroben und bunter Uniformen lassen das Bild der Menschen in den Straßen der Stadt wieder lebendig werden und geben bis heute ein lebendiges Zeugnis des bürgerlichen Fortschrittsdiskurses der Zeit wieder. Die Jubiläumsausstellung macht mit dem breiten Spektrum von Objekten aus der Sammlung des Schloßbergmuseums ein Stück Lebensgefühl jener Jahrzehnte wieder erfahrbar.

 

DES PUDELS KERN @ Museum Gunzenhauser
Aug 27 um 11:00 – 18:00

Illustrationen von 1900 bis heute

»Das also war des Pudels Kern!« ruft Goethes Faust erstaunt, als sich das Tier in Mephisto verwandelt. Noch heute wird dieser Ausdruck verwendet, um auf das Wesentliche oder den Kern einer Sache hinzuweisen. Auch der Illustration liegt die Eigenschaft des Sichtbarmachens, Zuspitzens und Kommentierens zugrunde. Erstmalig präsentiert die Ausstellung Grafiken aus dem Sammlungsbestand des Museums Gunzenhauser, die nach literarischen Vorlagen, Gedichten, Erzählungen und Märchen entstanden sind.

Darunter befinden sich Illustrationen von Marcus Behmer zu Honoré de Balzac, Oscar Wilde, E.T.A. Hoffmann und Voltaire, Karl Walsers Leonce und Lena, Karl Hubbuchs Mappe mit Radierungen zu Goethes Faust und David Hockneys Serie zu den Märchen der Gebrüder Grimm. In Auseinandersetzung mit den Werken der Sammlung zeigt die Klasse für Illustration der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von Thomas Matthaeus Müller und Katja Schwalenberg zeitgenössische Arbeiten in der Ausstellung.