simson, diamant, erika

… Formgestaltung von KARL CLAUSS DIETEL

Simson, Diamant, Erika, Trabant, Wartburg, Robur und Heliradio … auch 30 Jahre nach der Wende sind diese Produktnamen fest in der deutschen Designgeschichte und im kollektiven Gedächtnis verankert. Untrennbar sind sie mit dem Lebenswerk des Chemnitzer Formgestalters Karl Clauss Dietel verbunden. Als erster und einziger Gestalter aus der ehemaligen DDR erhielt Dietel 2014 den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für hervorragende Gestaltung.

Karl Clauss Dietel Entwurf Mokick Simson S 50, 1969 Kunstsammlungen Chemnitz, 2019 Ankauf mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und der Stadt Chemnitz Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/Steffen Schuhmann © VG Bild- Kunst, Bonn 2021

Die Ausstellung in den Kunstsammlungen am Theaterplatz zeigt eine repräsentative Auswahl von Objekten, Entwürfen, Modellen und Fotografien aus der 2019 mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und der Stadt Chemnitz erworbenen Sammlung des Formgestalters. Neben den Ikonen simson, erika, diamant sind unikale Modelle für revolutionäre Prototypen der Marken Trabant und Wartburg, legendäre Klassiker von Heliradio und längst vergessene Produktgestaltungen zu sehen. Die Schau richtet den Fokus über das Einzelwerk hinaus auf städtebauliche und (innen)architektonische Projekte auch außerhalb von »Karl-Chemnitz-Stadt«, wie Dietel seine Wahlheimat doppeldeutig bezeichnet. Der Mensch, das menschliche Maß und die Nutzung waren für Dietel stets Kern und Ausgangspunkt seiner Gestaltung. So sollte ein Produkt möglichst langlebig, leicht, lütt, lebensfreundlich und leise sein. Als wahrer Allround-Gestalter und Ausnahmekünstler entwarf Dietel nicht nur Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge, Schreibmaschinen und Radios im großen Stil, sondern vielzählige Zubehörteile und technische Kleingeräte, aber auch Logos und Produktgrafiken, freie Bildkunstwerke sowie architekturbezogene Arbeiten.

Der Wichtigkeit eines geschlossen überlieferten Œuvres bewusst, hat Karl Clauss Dietel sein Lebenswerk über all die Jahrzehnte hinweg archiviert und 2019 geschlossen in die Obhut der Kunstsammlungen Chemnitz übergeben. Mit dem Erwerb der Sammlung öffnen sich die Kunstsammlungen nunmehr verstärkt auch der künstlerischen Seite der ost- und westdeutschen Produkt- und Industriegestaltung. Sie wahren das Vermächtnis von Karl Clauss Dietel als einen bedeutenden Schatz der deutschen Designgeschichte und als herausragendes Konvolut von überregionaler Bedeutung. Forschungen und Ausstellungen tragen dazu bei, dass die über Generationen hinweg andauernde Präsenz von Dietels Formensprache weiterhin präsent bleibt und nicht vergessen wird.

Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz
Di, Do – So, Feiertag 11 – 18 Uhr, Mi 14 – 21 Uhr
Am 1. Freitag im Monat Eintritt frei.

leergut

11. Dezember – 14. Januar · Vernissage 11. Dezember 20 Uhr
Die Ausstellung zum Jahresausklang im Weltecho. Künstler und Freunde der Galerie Oscar e.V. sind eingeladen, sich künstlerisch mit dem diesjährigen Thema auseinanderzusetzen.

OSCAR e.V. · Annaberger-Straße 24 · 09111 Chemnitz
Di – Fr 17 – 21 Uhr und nach Vereinbarung

 

DEUTSCHLANDBILDER · FLORIAN MERKEL

Fotografie und Zeichnung seit 1980

Vernissage 30. November 19:30 Uhr

Am Anfang stand die analoge Schwarzweissfotografie mit Porträt, Bildern zu Arbeit, Stadt und Land. Sie wurde farbig – nicht durch den Film sondern als handgefertigte großflächige Kolorierung. Damit war ein ästhetisches Markenzeichen geboren, das sich heute mit dem Werk Florian Merkels unverkennbar verbindet und in ihm zu immer neuen und überraschenden Ausprägungen führt. Die Fotografie bleibt dominant, auch im experimentellen Modus der Sofortbildkamera, mit Mehrfachbelichtungen und subtilen Nachbearbeitungen am Computer. Parallel entstehen Wandzeichnungen, Acrylglasbilder, neuerdings Malereien und vor allem Zeichnungen, die den erfinderischen Reichtum des Künstlers zeigen.

Florian Merkel, Schwestern 1, 2018, Eiweißlasurfarbe auf Silber- gelatinebaryt, 60 x 45 cm

Neue Sächsische Galerie
Moritzstraße 20 im Tietz · 09111 Chemnitz
Mi – Mo 11 – 17 Uhr, Di bis 19 Uhr, Feiertage 11 – 17 Uhr
Am 1. Freitag im Monat Eintritt frei.

U N I V E R S · Jahreswechselausstellung

Vernissage 30. November 19 Uhr

Mitglieder des CKB e.V. zeigen zum Thema entstandene aktuelle Arbeiten. Dazu wird uns Bernd Thiele einige universell gültige Texte präsentieren. Musikalisch freuen wir uns auf die Darbietung zeitgenössischer Klänge durch den Musiker Tobias Brunn.

 

Chemnitzer Künstlerbund e. V. – Projektraum
Moritzstraße 19 · 09111 Chemnitz

0371 414847 · info@ckbev.de · www.ckbev.de
Mi, Do 11 – 17 Uhr, feiertags geschlossen

SPRÜCHE, WIDERSPRÜCHE UND WIEDER SPRÜCHE

* Lesung: PETER GEMARIUS liest aus seinen Büchern „SPRÜCHE, WIDERSPRÜCHE UND WIEDER SPRÜCHE“ 

Lesung: Freitag 19. November 2021 ab 19 Uhr im CKB e.V. Projektraum.

Seit Jahrzehnten arbeitet Peter Gemarius de Kepper nicht nur als Szenograf, Bühnenbildner und Puppengestalter, Maler, Grafiker und Plastiker … sein Schaffen hat außerdem zahlreiche Bücher hervorgebracht..Mit der Lesung entführt er das Publikum in seine literarische Welt. So wird mit „Sprüche, Widersprüche und wieder Sprüche“ ein kurzweiliger und geselliger Abend garantiert.

Einlass ab 18 Uhr, Reservierung erwünscht · Eintritt: 7 €

GESCHÄFTSSTELLE · PROJEKTRAUM
Moritzstraße 19 · 09111 Chemnitz · Telefon: 0371 414847
info@ckbev.de · www.ckbev.de

 

NADJA POPPE

Ergebnisse des Sachsen am Meer – Stipendiums 2021

Vernissage 16. November 19:30 Uhr

Die Künstlerin war aus dem ersten Bewerbungsverfahren für das neue Stipendium der Kunsthütte als Gewinnerin 2021 hervorgegangen. Die besonders ausdauernde und offene Hinwendung zur umgebenden Flora und Fauna während der fünfwöchigen Arbeitsphase auf der Insel Rügen ließ eine Reihe großformatiger Tuschen und Graphitzeichnungen entstehen. Deren Gestalten, seien es Baum, Boot oder Schaf, berichten weniger von den landschaftlichen Tatsachen, als dass sie das Vokabular existenzieller Metaphern bereitstellen.

Unter dem Thema Gegenlicht wird von dem Musiker Arba Manillah die Möglichkeit erkundet, eine die gestalterischen Strukturen der Zeichnung umsetzende, detailreiche musikalische Interpretation zu entwickeln.

Nadja Poppe, o.T., 2021, Zeichnung, © VG Bild-Kunst Bonn

Neue Sächsische Galerie
Moritzstraße 20 im Tietz · 09111 Chemnitz
Mi – Mo 11 – 17 Uhr, Di bis 19 Uhr, Feiertage 11 – 17 Uhr
Am 1. Freitag im Monat Eintritt frei.

Rahmenprogramm zur Ausstellung · TRIGGER

* Samstag 13. November · Rahmenprogramm zur Ausstellung:
19 Uhr Film The watermelon woman Cheryl Dunye, 1996, 90 min
21 Uhr Perfomance Business Up Front Party In The Back von Julia Kiehlmann, Philine Kuhn

a striptease in reverse
frequently interrupted
by critical mustering looks.
Wondering if that
what is building up reflecting
is equivalent with the flesh body
on the other side.
Instead of taking off
– one by one –
layer after layer – is put on.
Each of it deliberate or rash
models the self.
TO BE THROWN ON THE STREET.

Melo Boerner lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der HfBK Dresden in der Klasse von Willhelm Mundt, sowie am Royal Collage of Art in London. 2019 war sie Teil des Stipendienprogramms Goldrausch Künstlerinnen Projekt der Stadt Berlin.

Melo Börner, geboren 1987 in Lichtenstein, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Wilhelm Mundt und absolvierte 2018 ihren MA in Sculpture am Royal College of Art in London. 2019 war sie Stipendiatin des Goldrausch Künstlerinnen Projekts in Berlin. Sie performt als DJ SHE‘OL, spielt in der Band Short & Pregnant und ist Gründungsmitglied des Off-Space Golfplatz in Dresden (gegründet 2016). 2018 kuratierte sie die Ausstellung Throbbing Muscles im C. Rockefeller Center for the Contemporary Arts in Dresden. Melo Börner widmet sich dem Verletzlichen und Fragilen. In ihrer künstlerischen Praxis entwirft sie, ‚Places of Desire‘ – Installationen, Skulpturen und Performances, in denen Teenage Girls, Außenseiter:innen, Aliens und ldole zu Akteur:innen werden. So eröffnet sie alternative Handlungsräume und rückt gängige Sichtweisen auf etablierte Darstellungsmodi ins Bild. Die Künstlerin hinterfragt Materialhierarchien und fokussiert das Genre des Porträts im Hinblick auf sein Zusammenspiel von Körper, Selbst, Raum und Verlangen. Melo Börner lebt und arbeitet in Berlin.

Body – MELO BÖRNER

Installationen – Vernissage 23. Oktober 20 Uhr

Melo Börner, geboren 1987 in Lichtenstein, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Wilhelm Mundt und absolvierte 2018 ihren MA in Sculpture am Royal College of Art in London. 2019 war sie Stipendiatin des Goldrausch Künstlerinnen Projekts in Berlin. Sie performt als DJ SHE‘OL, spielt in der Band Short & Pregnant und ist Gründungsmitglied des Off-Space Golfplatz in Dresden (gegründet 2016). 2018 kuratierte sie die Ausstellung Throbbing Muscles im C. Rockefeller Center for the Contemporary Arts in Dresden. Melo Börner widmet sich dem Verletzlichen und Fragilen. In ihrer künstlerischen Praxis entwirft sie, ‚Places of Desire‘ – Installationen, Skulpturen und Performances, in denen Teenage Girls, Außenseiter:innen, Aliens und ldole zu Akteur:innen werden. So eröffnet sie alternative Handlungsräume und rückt gängige Sichtweisen auf etablierte Darstellungsmodi ins Bild. Die Künstlerin hinterfragt Materialhierarchien und fokussiert das Genre des Porträts im Hinblick auf sein Zusammenspiel von Körper, Selbst, Raum und Verlangen. Melo Börner lebt und arbeitet in Berlin.

OSCAR e.V. · Annaberger-Straße 24 · 09111 Chemnitz
Di – Fr 17 – 21 Uhr und nach Vereinbarung